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Das Märchen von Thun: Ein Aufsteiger schreibt Schweizer Fussballgeschichte

Die Saison 2025/26 der Brack Super League wurde geprägt von einem Klub, mit dem kaum jemand gerechnet hatte: dem FC Thun. Als Aufsteiger feierten die Berner Oberländer am 35. Spieltag den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte und setzten damit einer aussergewöhnlichen Saison die Krone auf. Am anderen Ende der Tabelle endete die Reise des FC Winterthur in der höchsten Spielklasse nach vier Saisons mit dem Abstieg in die dieci Challenge League.

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Schlussklassement Brack Super League 2025/26
Championship Group PKT SP S U V + U
1 75 38 24 3 11 80 52 +28
2 70 38 20 10 8 72 47 +25
3 67 38 19 10 9 59 42 +17
4 63 38 16 15 7 63 40 +23
5 56 38 16 8 14 55 58 -3
6 55 38 15 10 13 80 69 +11
Relegation Group
7 53 38 14 11 13 76 66 +10
8 53 38 13 14 11 71 63 +8
9 42 38 11 9 18 53 67 -14
10 38 38 11 5 22 49 72 -23
11 33 38 8 9 21 48 74 -26
12 23 38 5 8 25 44 100 -56

Thuns Meisterstück: Die Schweizer Antwort auf Kaiserslautern und Leicester

Auf internationaler Bühne gibt es solche Geschichten alle paar Jahrzehnte einmal: 1997/98 wurde der 1. FC Kaiserslautern – unter anderem mit Ciriaco Sforza – als Aufsteiger zum sensationellen Meister der Bundesliga. 2015/16 triumphierte Leicester City in der Premier League als 5000:1-Aussenseiter. Nun hat die Schweiz ihre eigene Version: der FC Thun in der Saison 2025/26.

Schon zu Saisonbeginn deutete das Team von Trainer Mauro Lustrinelli sein Potenzial an. Mit vier Siegen in Folge starteten die Thuner furios und übernahmen erstmals die Tabellenführung. Am 8. Spieltag eroberten sie diese vom FC St.Gallen 1879 zurück und gaben sie ab dann nicht mehr her. Und wer mit einem Einbrechen des Aufsteigers rechnete, wurde eines Besseren belehrt. Zwischenzeitlich gewann der FC Thun sogar zehn Spiele in Folge, was einen vereinsinternen Rekord und die viertlängste Siegesserie der Super-League-Geschichte bedeutete.

Am 35. Spieltag war es schliesslich so weit: Die Niederlage des ärgsten Verfolgers FC St.Gallen 1879 im Heimspiel gegen Sion bedeutete den vorzeitigen Titelgewinn «vom Sofa aus». Der letzte Klub, dem als Aufsteiger die Schweizer Meisterschaft geglückt war, ist der Grasshopper Club Zürich – in der Spielzeit 1951/52. Und erstmals seit dem FCSG 1999/2000 kam der Schweizer Meister nicht aus den Städten Zürich, Basel oder Bern.

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Herzensangelegenheit: Meistertrainer Mauro Lustrinelli setzte sich in Thun ein Denkmal.

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Die Sensation ist geschafft: Angeführt von Kapitän Marco Bürki und Leonardo Bertone präsentiert die Mannschaft ihren Fans den Meisterpokal.

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Trotz Regens zelebrieren Tausende die erste Meisterfeier der Thuner Fussballgeschichte.

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Gern gesehener Gast bei der Meisterfeier: die Thuner Trainer-Legende Hanspeter Latour.

Auch St.Gallen feiert endlich wieder einen Titel

Den Thunern am nächsten kam der FC St.Gallen 1879, der unter Trainer Enrico Maassen eine konstante Saison zeigte und schliesslich mit fünf Punkten Rückstand den zweiten Tabellenrang belegte. Massgeblichen Anteil daran hatte Alessandro Vogt. Der erst 21-jährige Stürmer steuerte 15 Tore und 3 Vorlagen bei – und belohnte sich mit einem Wechsel auf die kommende Saison hin zur TSG Hoffenheim in die Bundesliga. 

Stürmertalent Alessandro Vogt schoss den FC St. Gallen 1879 mit 15 Toren auf Rang 2 der Brack Super League und nach Europa.

Den eigentlichen Saisonhöhepunkt erlebte die Ostschweiz jedoch mit dem viel umjubelten Cupsieg im Final gegen den FC Stade-Lausanne-Ouchy. Nach mehreren Finalniederlagen und zweiten Rängen in der Meisterschaft in der jüngeren Vergangenheit gelang es dem FCSG endlich wieder, einen Titel zu gewinnen – den ersten seit dem legendären Meistertitel im Jahr 2000.

Matthias Hüppi und Lukas Görtler halten endlich den langersehnten «Kübel» in den Händen.

YB und Basel: Enttäuschende Saison der «grossen Namen»

Hinter dem FC Thun und dem FC St.Gallen 1879 klassierte sich der FC Lugano auf Rang 3 der Saison 2025/26 in der Brack Super League. Die Tessiner bestätigten mit einer weiteren guten Saison ihre Ambitionen, sich als Spitzenteam in der Schweiz zu etablieren. Mit dem Einzug in die neue AIL Arena im Sommer 2026 wartet dabei der nächste wichtige Schritt.

Mit einem 4:0-Heimsieg verabschiedete sich der FC Lugano vom altehrwürdigen Stadion Cornaredo. Ab der Saison 2026/27 bestreiten die Bianconeri ihre Heimspiele im neuen Stadion

Der FC Sion komplettierte als Viertplatzierter eine doch eher überraschende Schlusstabelle der Brack Super League. Und dank des Cupsiegs des FC St.Gallen 1879 wird das Wallis in der Saison 2026/27 nach neun Jahren wieder auf der europäischen Bühne vertreten sein.

Für den BSC Young Boys und den FC Basel 1893 verlief die Saison dagegen weit unter den eigenen Ansprüchen. Die Berner konnten erneut nicht an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen und mussten aus der Ferne zuschauen, wie sich der FC Thun zur neuen Nummer 1 im Kanton kürte. Nach elf Spieltagen lag man bereits sieben Punkte hinter Leader Thun und trennte sich nach einem 3:3-Unentschieden bei GC von Trainer Giorgio Contini. Sein Nachfolger wurde Meistertrainer Gerardo Seoane, der damit in die Brack Super League zurückkehrte. Doch auch unter ihm liess YB die nötige Konstanz vermissen, um im Meisterrennen ein Wort mitzureden. Schliesslich schaffte man es knapp in die Championship Group und beendete die Saison auf dem enttäuschenden 6. Rang.

Giorgio Contini vermochte YB nicht auf die Erfolgsspur zurückzuführen…
…und wurde Ende Oktober 2025 durch Rückkehrer Gerardo Seoane ersetzt.

Immerhin ein Titel ging in die Bundesstadt: Mit 18 Toren krönte sich Christian Fassnacht zum Torschützenkönig der Saison 2025/26. Belohnt wurde dies mit einem WM-Aufgebot von Nationaltrainer Murat Yakin – eine verdiente Würdigung für einen der konstantesten Akteure der Liga.

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Krönte sich mit 18 Toren zum Torschützenkönig der Brack Super League 2025/26: Routinier Christian Fassnacht.

Sportlich ebenso enttäuschend verlief die Saison für den FC Basel 1893. Nach dem vielgefeierten Meistertitel der Vorsaison starteten die Basler mit hohen Erwartungen in die neue Spielzeit. Nachdem Trainer Fabio Celestini die Rot-Blauen verlassen hatte, übernahm Ludovic Magnin die Herausforderung Titelverteidigung. Doch wie YB liess auch der FCB die nötige Konstanz vermissen und konnte sich nie in den vorderen Rängen festsetzen. Ende Januar zogen die Verantwortlichen die Reissleine und trennten sich von Magnin. Mit Stephan Lichtsteiner folgte eine überraschende Nomination – auch ihm gelang es aber nicht, das Ruder herumzureissen. Basel beendete die Saison auf Rang 5 und verpasste damit die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe. Damit sind erstmals seit 25 Jahren weder die Berner noch die Basler im Europacup vertreten.

Viel zu bereden, statt viel zu jubeln: Der FC Basel um Kapitän Xherdan Shaqiri erlebte eine schwierige Saison.
Ein neues Gesicht auf den Trainerbänken der Brack Super League: Stephan Lichtsteiner folgte als FCB-Trainer auf Ludovic Magnin.

Ein weiterer Tiefpunkt der Basler Saison war der Brand im Kabinentrakt des St. Jakob-Parks in der Nacht zum 11. April 2026. Da Trikots, Fussballschuhe und weiteres Material verbrannt oder durch giftigen Russ unbrauchbar wurden, musste das für den Folgetag angesetzte Auswärtsspiel gegen den FC Thun verschoben werden.

Abstiegskampf: Winterthur muss den Gang in die dieci Challenge League antreten

Das Tabellenende prägte in der Saison 2025/26 die Region Zürich. Der FC Zürich, der Grasshopper Club Zürich und der FC Winterthur kamen nie richtig auf Touren und belegten schliesslich die letzten drei Ränge der Tabelle. 

Bald zeichnete sich ab, dass der direkte Abstieg zwischen GC und Winterthur ausgetragen würde. Nachdem die Eulachstädter seit dem Aufstieg drei Mal den Klassenerhalt sogar ohne den Gang in die Barrage geschafft hatten, mussten sie diesmal mit nur 23 Punkten aus 38 Spielen – zehn weniger als GC – den direkten Weg in die dieci Challenge League antreten. An der Seitenlinie stand dabei Patrick Rahmen, der im Oktober 2025 Uli Forte abgelöst hatte.

Abstieg nach vier Saisons in der obersten Spielklasse: Die Winterthurer Mannschaft bedankt sich im Stadion Letzigrund bei den mitgereisten Fans. 
Grosse Erleichterung bei Trainer Peter Zeidler und seinem Team: Die «Hoppers» bleiben erstklassig!

Zum dritten Mal in Folge musste der Grasshopper Club Zürich in der Barrage um den Klassenerhalt zittern. Wie schon im Vorjahr hiess der Gegner FC Aarau – und erneut konnte GC am Ende jubeln, wenn auch auf dramatische Art und Weise. 

Nach dem 0:0 im Hinspiel in Aarau stand es im Rückspiel im Stadion Letzigrund nach regulärer Spielzeit 1:1. In der 87. Minute sah Lee Young-Jun die Rote Karte, weshalb GC die Verlängerung in Unterzahl in Angriff nehmen musste. Später dezimierte sich auch der FC Aarau nach einem Platzverweis gegen Linus Obexer. In der 110. Minute fiel schliesslich per Elfmeter die Entscheidung zugunsten von GC. Der Grasshopper Club Zürich bleibt damit der Brack Super League auch in der Saison 2026/27 erhalten.

Mehr zur Saison 2025/26

Christian Fassnacht
Torschützenkönig
Goals
18
Shkelqim Demhasaj
Torschützenkönig
Goals
21
Leonardo Bertone
Meiste lange Pässe
Long Passes
291
Anthony Sauthier
Beste Zweikampfquote
Duel Successrate
68.2%
David von Ballmoos
Beste Torabwehrquote
Save Persentage
76.8%
Valon Fazliu
Meiste Assists
Assists
11
2025/26