Vaduz ist zurück – und Aarau erlebt das nächste Herzschlag-Drama in der Barrage
Der FC Vaduz kehrt als Meister der dieci Challenge League in die höchste Schweizer Liga zurück – zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte. Die Liechtensteiner setzten sich in einem spannenden Aufstiegsrennen erst am letzten Spieltag gegen den hartnäckigen Rivalen FC Aarau durch. Den Rüebliländern blieb einmal mehr nur die Barrage – wo sie erneut am Grasshopper Club Zürich scheiterten. Am Tabellenende stieg die AC Bellinzona in die Promotion League ab.
| PKT | SP | S | U | V | + | – | U | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
FC Vaduz
|
81 | 36 | 25 | 6 | 5 | 75 | 41 | +34 |
| 2 |
FC Aarau
|
80 | 36 | 25 | 5 | 6 | 77 | 47 | +30 |
| 3 |
Yverdon Sport FC
|
67 | 36 | 20 | 7 | 9 | 75 | 48 | +27 |
| 4 |
FC Stade-Lausanne-Ouchy
|
50 | 36 | 14 | 8 | 14 | 59 | 51 | +8 |
| 5 |
Neuchâtel Xamax FCS
|
49 | 36 | 14 | 7 | 15 | 55 | 56 | -1 |
| 6 |
FC Rapperswil-Jona
|
44 | 36 | 14 | 2 | 20 | 52 | 62 | -10 |
| 7 |
Etoile Carouge FC
|
40 | 36 | 10 | 10 | 16 | 46 | 54 | -8 |
| 8 |
FC Wil 1900
|
40 | 36 | 10 | 10 | 16 | 39 | 55 | -16 |
| 9 |
FC Stade Nyonnais
|
28 | 36 | 5 | 13 | 18 | 33 | 60 | -27 |
| 10 |
AC Bellinzona
|
23 | 36 | 5 | 8 | 23 | 40 | 77 | -37 |
1 Aufstieg |
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Vaduz behält die Nerven
Es war der Moment, auf den Vaduz und ein ganzes Fürstentum gewartet hatten: Am letzten Spieltag gewannen die Liechtensteiner beim FC Wil 1900 souverän mit 3:1 – und standen damit als Meister der dieci Challenge League und direkter Aufsteiger in die Brack Super League fest. Möglich wurde dieses Szenario, weil sich gleichzeitig auf dem Brügglifeld in Aarau ein Drama abspielte.
Noch am vorletzten Spieltag hatten die Vaduzer Aufstiegshoffnungen einen herben Dämpfer erhalten. Im Direktduell unterlag das Team von Trainer Marc Schneider im Rheinpark Stadion dem ärgsten Verfolger FC Aarau mit 1:2 und fiel auf den Barrage-Platz zurück. Doch Vaduz bewahrte am letzten Spieltag die Nerven und nutzte die erneute Wende im Aufstiegsrennen: Weil der FC Aarau im heimischen Brügglifeld einen 2:0-Vorsprung gegen Yverdon Sport FC verspielte, durfte der FC Vaduz doch noch jubeln. Für den Klub ist es nach 2008, 2014 und 2020 der vierte Aufstieg in die Brack Super League.
Aarau – das nächste bittere Kapitel
Nach der traumatischen Wende am letzten Spieltag folgte für den FC Aarau die nächste Enttäuschung in einer langen Reihe verpasster Aufstiegschancen. In der Barrage gegen den Grasshopper Club Zürich fehlte am Ende ein Tor: Nach dem 0:0 im Hinspiel unterlagen die Aargauer im Rückspiel 1:2 und müssen eine weitere Saison in der dieci Challenge League bestreiten.
Für die Aarau-Fans ist dieses Muster schmerzhaft vertraut. Bereits im Vorjahr sowie 2019 scheiterte der FCA in der Barrage, 2022 verpasste der Klub den Aufstieg am letzten Spieltag ebenfalls trotz Tabellenführung. Der Traum vom Super-League-Fussball lebt weiter, die Fans müssen sich aber eine weitere Saison gedulden.
Spätestens in der entscheidenden Phase der Saison zeichnete sich ab, dass das Aufstiegsrennen zwischen Vaduz und Aarau entschieden würde. Mit Yverdon Sport FC, dem FC Stade-Lausanne-Ouchy und Neuchâtel Xamax FCS klassierten sich drei Klubs aus der Romandie auf den Rängen 3 bis 5 und meldeten damit Ambitionen an, in der kommenden Spielzeit wieder ein Wort um den Aufstieg mitzureden.
Ein besonderes Ausrufezeichen setzte der FC Stade-Lausanne-Ouchy im Schweizer Cup. Die Waadtländer qualifizierten sich sensationell für den Final, nachdem sie mit Winterthur, Luzern und GC gleich drei Vertreter aus der Brack Super League ausgeschaltet hatten. Auch wenn SLO der ganz grosse Coup nach der 0:3-Niederlage im Endspiel gegen den FC St.Gallen 1879 verwehrt wurde, bleibt dennoch eine bemerkenswerte Leistung in Erinnerung.
Demhasaj: Der treffsicherste Mann der Liga
Den Titel als Torschützenkönig der dieci Challenge League sicherte sich Shkelqim Demhasaj vom Neuchâtel Xamax FCS mit 21 Treffern. Der 30-jährige Stürmer mit kosovarischen Wurzeln bewies über die gesamte Saison seine Torgefahr und unterstrich, weshalb er zu den interessantesten Offensivspielern der Liga zählt. Hinter ihm rangierte Elias Filet vom FC Aarau mit 20 Toren als zweitbester Torschütze.
Bellinzona steigt ab
Mit der AC Bellinzona verabschiedete sich ein Traditionsverein aus der Swiss Football League. Nur 5 Siege aus 36 Spielen bedeuteten für die Tessiner, die 1948 den Meistertitel feiern durften, den sportlichen Abstieg in die Promotion League. Neben dem Platz wurde Bellinzona ausserdem als einzigem Klub der Swiss Football League die Lizenz für die neue Saison in erster Instanz aus finanziellen Gründen verweigert. Auch vor der Rekursinstanz gelang es dem Klub nicht, das Dossier ausreichend zu verbessern; die Lizenz wurde deshalb auch in zweiter Instanz verweigert.